Selbstwirksamkeit durch Körperbewusstsein

Die letzte Zeit ist und war für viele sehr anstrengend. Corona fordert uns alle, jeden mit seinen individuellen Themen. Dieser Text und der zugehörige Workshop sind ein Hilfsangebot für jeden, der wieder etwas zurück in ein Gefühl der Wirksamkeit gelangen möchte.

Grundsätzlich gibt es im Leben Phasen in denen Ängste und Ohnmachten steuern. Wir werden dann entweder buchstäblich ohnmächtig und hilflos oder fangen an Macht zu missbrauchen und/oder gehen in die Arroganz. Die Wurzel ist die gleiche, oft unterbewusste Mängel, die uns in einem Überlebensmodus/Schutzmodus gefangen halten. Wie kommen wir da raus und können wieder Selbstwirksam sein und unser Leben gestalten? 

Indem wir uns es erst mal bewusst machen und annehmen wo wir gerade stehen.

Die Yogaphilosophie wurzelt in einem Bewusstsein, dass von mehr als einem physischen Körper ausgeht. Wir werden nicht rein physisch bestimmt, sondern auch energetisch, emotional und mental durch unsere Gedanken. Und immer mehr auch durch unsere Verbindung zu anderen Menschen, zu unserer Familie und anderen Systemen in die wir integriert sind. In der Wissenschaft der Quantenphysik wird dies inzwischen auch belegt, dass es kollektive Phänomene gibt. 

Selbstwirksamkeit bedeutet, dass wir selbst unser Leben gestalten. Selbstverantwortlich und unabhängig. Es bedeutet dass wir unser Leben in der Hand haben. Es kann teilweise zu kontroversen Gefühlen führen, wenn man sich damit mal in der Tiefe beschäftigt. Denn es bedeutet zwar Freiheit, aber auch einen Ausbruch aus der Komfortzone. Man kann nämlich dann niemandem mehr im Außen die Verantwortung für das eigene Leben geben. Deshalb ist es leichter gesagt als getan, oft scheuen wir uns innerlich noch gegen diese Verantwortung. Denn es bedeutet letztendlich vollständig erwachsen zu werden.

Alle Körper die wir haben beeinflussen sich gegenseitig. Und das gute ist: Heilung in einem Bereich bewirkt auch Heilung im anderen. Und dennoch muss sich jeder Körper angesehen werden, um eine ganzheitliche Gesundheit zu erreichen.

Der physische Körper ist das was sich leicht erschließt. Er begleitet uns schon unser ganzes Leben, wir sind genau in diesem Körper geboren worden, wir wachen jeden Tag in genau diesem Körper auf. Jede Freude und jedes Gebrechen das wir erleben hat eine Ursache, die in unserem Leben zu finden ist. Besser wir freunden uns mal mit unserem Körper an. Viele haben Schwierigkeiten durch das gesellschaftlich geprägte Körperbild, aber wer oder was ist unser Körper wirklich? Wie sehen wir ihn in der Tiefe? Im Yoga können wir lernen wieder eine Rückverbindung zu erhalten, den Körper wieder zu spüren. Ihn wahrzunehmen, zu merken dass wir unsere Aufmerksamkeit im Körper hin und her wandern lassen können.

Wahrnehmungsübung:

Schließe Deine Augen und spüre Deiner Atmung nach. Spüre wie sich dein Inneres anfühlt und wandere mit Deiner Aufmerksamkeit zu allen Körperstellen, allen Körperempfindungen. Wenn Du irgendwo Spannung oder Schmerz wahrnimmst, dann fühle es abzulehnen. Und wenn Du ein angenehmes Gefühl wahrnimmst dann beobachte auch das ganz genau. Versuche dein Körpergefühl zu benennen.

Ein weiterer Körper den wir haben ist der Mentalkörper. Dieser ist die meiste Zeit aktiv bei den allermeisten von uns. Unser Verstand, der eine sehr große Rolle übernimmt. Wir werden oft von unseren Gedanken bestimmt, wenn sie uns nicht bewusst sind. Wir haben irgendwann in unserem Leben meistens schon sehr früh in der Kindheit Gedankenmuster entwickelt, die so tief liegen, dass sie uns oft nicht mal bewusst sind. Und diese bestimmen unseren Alltag. Wir entwickeln ein Mindset, dass uns vermeintlich sicher durchs Leben bringt. Nur ist dieses Mindset nicht flexibel, es passt nicht auf alle Situationen die wir erleben, so dass wir wie durch eine Brille unser Leben an dieses Mindset anpassen. Wer ein sehr großes und weites Blickfeld hat ist klar im Vorteil, aber wirklich jedes fixe Gedankenmuster ist eine Beschränkung der Möglichkeiten die wir haben. Wir können aussteigen, indem wir uns bewusst machen was wir denken und ob das eigentlich stimmt. Unser Mentalkörper hat sehr viel Macht, denn unsere erlebte Realität wird durch unsere Gedanken beeinflusst. Wir dürfen ein freundliches Mindset entwickeln, dass vor allem uns selbst in ein besseres Licht rückt.

Übung Beobachtung der Gedanken:

Schließe die Augen und atme einige Male ruhig ein und aus. Und dann richte deine Aufmerksamkeit auf deine Gedanken, beginne sie zu beobachten, ohne dich in ihre Geschichten verstricken zu lassen. Das kannst Du tun in dem Du einen Gedanken wahrnimmst und ihm einen Namen gibst, z.B. meine Geschichte mit meiner Arbeit. Und dann lass ihn los und widme dich wieder deiner Atmung bis der nächste Gedanke erscheint. Meistens verschwinden Gedanken wenn wir sie wahrnehmen und ihnen einen Namen geben, ohne in die Geschichte einzusteigen.

Dann gibt es noch den Emotionalkörper. Der ist sogar noch entscheidender als der Mentalkörper, denn Emotionen haben eine sehr starke Wirkung auf uns selbst und unsere Umwelt. Kennt Ihr das, man ist eben noch ganz klar und weiß was man will, man ist total gut gelaunt. Und dann tritt einem der Partner/der Chef/die Kollegin entgegen und sagt etwas, dass einen total auf die Palme bringt. Und plötzlich ist der eben noch schöne Tag total verändert. Man ist aufgebracht, getriggert und alles dreht sich nur noch um dieses Ereignis. Der Blick wird regelrecht getrübt. Emotionen kleben gerne an uns wie Kaugummi.

Gefühle sind etwas anderes, Gefühle sind etwas das im Hier- und Jetzt stattfindet. Emotionen sind Erinnerungen an alte Ereignisse. Man erkennt es denn sie sind viel heftiger als Gefühle. Sie können uns regelrecht den Boden unter den Füßen wegziehen. Insbesondere Ohnmachten und Ängste zeigen das sehr gut, man löst sich regelrecht von sich selbst und die eigene Wahrnehmung ist absolut durch den Filter dieser Emotion betrachtet. Je mehr man aber mit sich selbst die Verbindung finden kann, desto leichter wird es werden. Emotionen kann man die Macht nehmen, wenn man es schafft diesen den richtigen Platz zuzuordnen. Nicht unterdrücken, dann werden sie umso stärker. Sondern kanalisieren, einen neutralen Abstand einnehmen. Und das verlangt Übung. 

Übung Emotionalkörper wahrnehmen:

Schließe die Augen und atme einige Male ruhig ein und aus. Und dann richte deine Aufmerksamkeit nach Innen. Eine Emotion zeigt sich meistens wenn diese durch einen Gedanken hervorgeholt wird. Oder wenn das hier und jetzt Raum git um eine Emotion aus dem Inneren aufsteigen zu lassen. Beginne zu beobachten was gerade da ist, ohne dich verstricken zu lassen. Das kannst Du tun in dem Du wahrnimmst was gerade da ist und ihm einen Namen gibst, z.B. Wut. Und dann lass sie los und widme dich wieder deiner Atmung bis sich die Emotion auflöst. Meistens verschwinden Emotionen wenn wir sie wahrnehmen und ihnen einen Namen geben. Manchmal werden sie aber auch weiter aktiv sein, dann wollen sie angenommen und integriert werden. Frage die Emotion was sie dir sagen will, was Du lernen kannst.

Und dann gibt es noch den energetischen Körper. Der energetische Körper sind Schwingungen, die alle unsere anderen Körper durchfließen, alles in uns und um uns herum verbinden. Und es ist tatsächlich wahrnehmbar, wenn man seine Wahrnehmung schult. Der eine wird sie sehen können, hören oder fühlen. Die individuelle Wahrnehmungsfähigkeit ist bei jedem Menschen anders, wie jeder Mensch auch andere Talente hat. Yoga lehrt uns über diese Energien. Es gibt z.B. die Chakren in unserem Körper, die unsere Energieleitbahnen (Nadis/Meridiane) mit Energie versorgen. Sie sind eine Verbindung von außen zu unserem Innen und können blockiert oder offen sein. Hier steuern wir unsere Schwingungsaufnahme. Unsere verschiedenen Körper und unsere Verbindung zu anderen menschen wird durch ein Energiefeld beeinflusst. Das kennt Ihr bestimmt: Andere Menschen können sehr gut wahrnehmen, was in uns los ist, ob das verbalisiert wird oder nicht. Das ist der oft zitierte erste Eindruck, oder auch das Gefühl was sich einstellt wenn jemand den Raum betritt und wir direkt Sympathie/Resonanz spüren oder nicht.

Wir schauen uns das an einer ganz einfachen Übung an, die hilft die eigene Energie wahrzunehmen.

Übung Energie wahrnehmen:

Lege deine beiden Handflächen vor dir zusammen und gehe mit der Aufmerksamkeit zu deinen Händen. Versuche nun die Hände ganz langsam auseinander zu bewegen und spüre in den Raum zwischen deinen Händen. Beschreibe das Gefühl das sich einstellt und wenn Du eine Wahrnehmung hast bleibe dabei.

Das Wissen und die Wahrnehmung aller Deiner Körper hilft Dir dabei Dich selbst besser kennen zu lernen. Und dies hilft dabei in Bewusstsein, Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit zu kommen. Man kann sehr viel mehr verändern als man so denkt.

Wenn Dir mein Text gefallen hat und Du weiteres Interesse an dem Thema hast schaue Dir gerne meinen kostenfreien Workshop „Selbstwirksamkeit und Körperbewusstsein“ an.